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Inhaltsverzeichnis

Zitation von Kunstwerken

Basisüberlegungen zur Referenzierung von Kunstwerken in wissenschaftlichen Publikationen

Eine Vorlage von Tabea Lurk


Die folgenden Überlegungen und Vorschläge versuchen eine Antwort auf die Frage zu finden, wie man ein Kunstwerk (richtig) zitiert. An und für sich werden Kunstwerke ausgesprochen selten oder gar nicht zitiert, sondern maximal referenziert und inhaltlich beschrieben. Die Beschreibungsform orientiert sich methodisch am Kontext und der Intention der Autoren. Ikonographische, motivgeschichtliche, materialsemantische oder auch assoziative Verknüpfungen gehören zur gebräuchlichsten Verfahren.

Die folgenden Vorschläge zu Zitationsformen für Kunstwerke orientieren sich an klassischen Vorlagen zur Erstellung von Literaturangaben in wissenschaftlichen Publikationen und wurden auf Anfrage des Y (Institut für Transdisziplinarität) erarbeitet. Weiter wurde die Referenzierungsform für Kunstwerke konsultiert, die das Schweizerische Institut für Kunstwissenschaft SIK/ISEA in seinem Onlinelexikon SIKART sowie im Bibliographischen Lexikon der Schweizer Kunst präsentiert werden.

Aufgrund der materialen Differenzen zwischen unterschiedlichen künstlerischen Gattungen werden leicht variierende Inhaltsangaben für die jeweiligen Werkgruppen vorgeschlagen. Es ist damit zu rechnen, dass nicht alle Mischformen enthalten sind und die Liste entsprechend angepasst und erweitert werden muss. Rot gekennzeichnet sind allgemeine Diskussionspunkte. Was die jeweiligen Gattungen betrifft, sollte man das Format noch einmal mit fachlichen Vorgaben gegenlesen.

Im Anschluss an den Zitatteil befindet sich ein kurzer Verweis zur Beschriftung von Bildmaterial.


Architektur

Nachname(1) Vorname, Titel (Jahr Beginn - Ende), Standort: (Strasse Hausnummer,)(2) Stadt (Land ).
(1) evtl. in Kapitälchen
(2) Alternativ zu Klammern kann ein Komma stehen, vice versa.

Beispiel: Bill Max, Wohn- und Atelierhaus (1932-1933), Zürich-Höngg (Schweiz).


Länger andauernde Bauprojekten (Denkmalpflege)

Schema: Titel (Jahr Beginn - Ende), Standort: Strasse Hausnummer, Stadt (Land).
Beispiel: Berner Münster (1421-1521), Münsterplatz, Bern (Schweiz).

Sofern das Gebäude Bestandteil ausführlicher Untersuchungen ist, sollten die jeweiligen Gebäudeteile genauer spezifiziert werden:

Schema: Nachname Vorname, Gebäudeteil (Jahr Beginn - Ende), Standort: Gebäudetitel, Strasse Hausnummer, Stadt (Land).
Beispiel: August Beyer, August Müller, Oberes Turmoktogon (1889-1893), Berner Müns-ter, Münsterplatz, Bern (Schweiz).

Malerei / Grafik / Fotografie

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer ,) Material / Technik (For-mat: Höhe x Breite x Tiefe cm), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Lüthi Urs, Global Presence (1996), Ilfochrome hinter Plexiglas, Holz, Farbe (150 x 240 x 12 cm), Zürcher Kantonalbank, Zürich (Schweiz).

Mehrteilige Arbeiten

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) Material / Technik, Be-stimmung der Teile / Segmente (Format: Höhe x Breite x Tiefe cm), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Lüthi Urs, Senza parole (1977-1978), Farbfotografien auf Aluminiumplatten, drei-teilig (je 109 x 108 cm), Banca del Gottardo, Lugano (Schweiz).

Skulptur / Objekt / Installation

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) Material / Technik (Format: Höhe x Breite x Tiefe m od. cm), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Rütimann Christoph, Die endlose Linie (1994), Lackiertes Stahlrohr (20 x 20 x 20 m), UBS Art Collection, Zürich (Schweiz).
Beispiel 2: Tinguely Jean, Dissecting Machine (1965), Metallteile, Schaufensterpuppe, Sä-gen, Drillbohrer, circa sechs Elektromotoren, alles schwarz bemalt (185,5 x 188 x 200 cm), Sammlung unbekannt.

Mehrteilige Objekte und Installationen

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) Material / Technik , Be-stimmung der Teile / Erscheinungsform (Format: Höhe x Breite x Tiefe cm od. m), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Judd Donald, Ohne Titel (1985), Kuben, Plexiglas und Aluminium, 10-teilig (je 68 x 61 x 15 cm), Sammlung Froehlich, Stuttgart (Deutschland).


Installationen

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) Material / Technik , Be-stimmung der Teile / Segmente (Format: Höhe x Breite x Tiefe cm od. m), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Hirschhorn Thomas, Doppelgarage (2002), raumfüllende Installation, Mixed Me-dia (Raumgrösse variabel), Pinakothek der Moderne, München (Deutschland).
Beispiel 2: Huene Stephan von, Die Zauberflöte (1985), Holz, Metall, mechanische Kompo-nenten, Computer, Orgelpfeifen, Xylophone, Beleuchtung, vier Türme (For-mat…), Nachlass Stephan von Huene, Hamburg (Deutschland).

Video / Film

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) evtl. ursprl. Medienformat, transferiert nach neues Medienformat, Farbe, Ton (Dauer: hh:mm min), Samm-lung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land); Screenshot: Nachname Vorname (Jahr) Copyright.
Beispiel: Rist Pipilotti, I’m Not The Girl Who Misses Much (1986), Videoband, Schwarz-Weiss, Ton (5:02 min), Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (Deutschland).

Video Installationen

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) evtl. ursprl. Medienformat, Farbe, Ton, (Dauer: hh:mm min), weitere Installationeangaben (Grösse), Samm-lung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land); Screenshot: Nachname Vorname (Jahr) Copyright.
Beispiel: Rist Pipilotti, Selbstlos im Lavabad (1994), Einkanal Videoinstallation, Farbe, Ton (xx:xx min Loop), 1 LCD-Monitor im Boden eingelassen (Raumgrösse variabel), Hauser & Wirth, Zürich/ London (Schweiz/UK), Screenshot: Rist Pipilotti.

DVDs

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) ursprl. Medienformat, Far-be, Ton (Dauer: hh:mm:ss), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Chaplin Charles, Modern Times (1936), in: The Chaplin Collection, Vol. 1, Warner Home Video (Hrsg.), USA 2003.
Beispiel 2: Fischli Peter, Weiss David, Der Lauf der Dinge (1977-78), 16mm, Farbe, Ton (30:00 min), ab DVD: Der Lauf der Dinge, T&C Edition (©1987).

Werden im Textverlauf Filmpassagen ausführlicher referenziert, sollte die exakte Lauf-zeit (Angabe der Minuten) angeführt werden.

Netzkunst

Vgl. Zitation von Online-Ressourcen

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), URL (Datum der letzten Konsultation), Samm-lung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).
Beispiel: Lee Marc, OAMOS (2008), http://www.oamos.com (15.05.2009), Besitz des Künstlers, Eglisau (Schweiz).


Darstellende Künste: Theater & Tanz

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), Entstehungsort: Stadt (Land).
Beispiel: Samuel Beckett, Warten auf Godot (1948-1949), Théâtre de Babylone, Paris (1959 Frankreich).

Zudem findet sich im Literaturverzeichnis dann eine entsprechende Referenz auf die Ausgabe, nach der Passagen zitiert wurden bzw. die der Bearbeitung zugrunde liegt – klassische Literaturangabe.

Uraufführung / Re-Interpretation / Re-enactment

Schema: Nachname Vorname, Titel (Jahr), Uraufführung / Inszenierung inszeniert von Nachname Vorname, Aufführungsort, Stadt (Land).
Beispiel: Samuel Beckett, Warten auf Godot (1948-1949), Uraufführung inszeniert von Roger Blin, Théâtre de Babylone, Paris (1959 Frankreich).

Musik

Schema: Nachname Vorname, Musikstück in Werk (Jahr, Werkverzeichnis), Entstehungs-ort: Stadt (Land).
Beispiel: Mozart Wolfgang Amadeus, Krönungsmesse (1779, KV 317), Salzburg (Öster-reich).

Zitat nach DVD-Edition

Schema: Nachname Vorname, Musikstück in Werk (Jahr, Werkverzeichnis), Edition evtl. Ort (Jahr, Dauer der DVD).
Beispiel: Mozart Wolfgang Amadeus, Die Zauberflöte (1791, KV 620), Focus Edition, Uni-versal/Music/DVD (2000, 169 min).


Kunstgewerbliche Objekte

Siehe Objekte / Skulpturen.

Beschriftung von Abbildungen

Abb.: Nachname Vorname, Titel (Jahr), (Inventarnummer,) Material / Technik, Bestimmung der Teile / Segmente und des Formats (Höhe x Breite x Tiefe cm), Sammlung: Name des Hauses oder Sammlers, Stadt (Land).


Beispiel: Abb.: Lüthi Urs, Senza parole (1977-1978), Farbfotografien auf Aluminiumplatten, dreiteilig (je 109 x 108 cm), Banca del Gottardo, Lugano (Schweiz).


Weitere Referenzen

Logo: Bundesamt fuer Kultur, BAK Logo: sitemapping.ch Logo: Hochschule der Künste Bern Logo: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft