AktiveArchive II - HKBForschungProjekteTexteAktiveArchive II - SIKAktiveArchive IVorgeschichtePersonenImpressumIntern

back

Definition Komplexer Digitaler Objekte

Die folgende Definition ist Teil eines Publikationsprojektes und sollte daher sorgsam (Vorabpublikation…) behandelt werden.


Die folgende Definition eines komplexen, digitalen Objektes entstammt dem Umfeld der digitalen Archivierung und Konservierung und nimmt die zukünftige Zugänglichkeit derselben in den Blick.


Definition
Ein digitales Objekt ist komplex, wenn
a) keine einfache Beschreibung zur Darstellung oder Wiedergabe vorhanden ist
b) das Objekt dynamisch ist, Komponenten zur Interaktion oder eingebettete Programmierung beinhaltet.

Jürgen Enge, November 2010


Eine Beschreibung ist dann als einfach anzusehen, wenn alle in ihr referenzierten Komponenten (Software, Objekte wie Schriften etc.) zur Verfügung stehen. Das bedeutet, dass z.B. ein geschlossenes Dateiformat insofern komplex ist, als die Software zur späteren Ansicht, Wiedergabe oder Nutzung vorgehalten werden muss.

Während die Formatbeschreibung einfacher digitaler Objekte (Text -> z.B. txt; Bild -> z.B. png; PDF-A, Ton -> z.B. MP3; Video -> z.B. H264; etc.) offengelegt und zugänglich ist, steigt die Komplexität der Erhaltung bei Flash-Objekten, Software-Produkten oder auch PDFs mit Interaktion.

Abgrenzung zwischen Komplexität und innerer Abgeschlossenheit

In der Archivierung gilt die Abgeschlossenheit eines Objektes in sich (self-contained) als einer der zentralen Garanten für die Gewährleistung eines späteren Zugangs. Die obige Definition suggeriert eine gewisse Nähe zur Vollständigkeit des Objektes. So stellt sich die Frage, wie sich beide Eigenschaften, die der Komplexität und die der inneren Abgeschlossenheit, zueinander verhalten.

Insgesamt kann man sagen, dass beide quasi quer zueinander verlaufen. Es gibt Überschneidungen aber auch klare Differenzen. Zudem kann die Komplexität nicht nur auf der Format- sondern auch auf Objektebene variieren. So ist ein PDF-Dokument, das die Schrift (z.B. Font = Arial) eingebettet enthält, weniger komplex, als eines, bei dem die Schrift nicht im Dokument mitgespeichert / mit enthalten ist, sondern lediglich in einer bestimmten Softwareumgebung für die Nutzung vorgehalten wird. Auch bei CAD-Formaten wie z.B. DWG sind häufig viele systemrelevante Informationen nicht als Information in der gespeicherten digitalen Datei enthalten, sondern nur im Umfeld der Anwendung.

Wird nachträglich eine Beschreibung zu einem nicht dokumentierten Dateiformat erstellt, z.B. in Folge eines Reengineerings, kann die Komplexität wieder sinken. Weiter ist zu beachten, dass sich Komplexität sowohl auf die Dynamik in der System- und Programmierebene des Objektes beziehen kann als auch auf die Informationsebene. So entsteht Komplexität in Folge von Dynamik beispielsweise, wenn ein Objekt nicht abgeschlossen ist sondern seine interne Daten sich durch die Wiedergabe/Ausführung ändern.

back
Logo: Bundesamt fuer Kultur, BAK Logo: sitemapping.ch Logo: Hochschule der Künste Bern Logo: Schweizerisches Institut für Kunstwissenschaft