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Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 2006
Foto: Marc Egger
Courtesy Pipilotti Rist und Hauser & Wirth, Zürich / London
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 2006
Foto: Marc Egger
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Ansicht von unten
Foto: Marc Egger, 2006
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Basel, Stampa
Ausstellungsansicht, Basel, Stampa, „Schwestern des Stroms”, 1993
Foto: Walter und Spehr, Basel
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Venedig, Biennale
Ausstellungsansicht, Venedig, Biennale, Sektion „Aperto”, Arsenale, 1993
Foto: Konrad Bitterli
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 2006
Foto: Marc Egger
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Darstellung auf den Monitoren
Darstellung auf den Monitoren: Die Anschlüsse der Horizontalablenkung wurden bei den Monitoren auf M2 – M4 vertauscht; das Bild muss auf diesen Monitoren gespiegelt erscheinen. Auf den Monitoren auf M1, M5 und M6 ist die Darstellung ungespiegelt. [Aufnahme vom 9.12.2002]
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 2006
Foto: Marc Egger
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Ausstellungsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 2003
Foto: Johannes Gfeller / Marc Egger
Im Juni 2003 wurde der originale Monitor auf M4 nach einem Defekt ausgetauscht. Bei dem eingesetzten Monitor (links im Bild) ist der Anschluss der Horizontalablenkung noch nicht vertauscht, daher ist die Darstellung noch ungespiegelt. Die Monitore auf M5 und M6 zeigen das Bild korrekt.
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Gegenüberstellung vor und nach Reinigung und Monitoraustausch
Gegenüberstellung vor (linke Seite) und nach (rechte Seite) Reinigung und Monitoraustausch. Die unterschiedliche Grüsse der Platinen und die verschiedenen Neigungswinkel sind gut zu erkennen.
Foto: Marc Egger
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Installationsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 1994
Foto: Stefan Rohner, St. Gallen
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Detail Monitor und Halterung
Detail Monitor und Halterung, Monitor auf M4 (M-Electronic MPT 14 GM730, Kathodenstrahlröhre: Orion)
Foto: Johannes Gfeller / Marc Egger, 2003
Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993, Kunstmuseum St. Gallen
Installationsansicht, Kunstmuseum St. Gallen, 1994
Foto: Stefan Rohner, St. Gallen

Pipilotti Rist, „T.V.-Lüster”, 1993
Kunstmuseum St. Gallen, Dauerleihgabe der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Inv. Nr. L 1994.2
Modell-Beispiel für eine Werkdokumentation eines Videoobjekts


Was bedeutet Werkdokumentation im Bereich der zeitgenössischen Kunst mit elektronischen Komponenten? Welche Formen soll die Dokumentation annehmen, welche Fragen sind dabei an sie selbst und an das Werk zu stellen? Anhand von Pipilotti Rists „T.V.-Lüster“ wurde die Werkdokumentation eines Videoobjekts modellhaft durchgeführt. Die Untersuchung hat deutlich zur Klärung des Begriffs der Dokumentation im Bereich der Medienkunst beigetragen: Die programmatische Konzeption des Modells einer Dokumentation, die sich als Zusammenführung des fachspezifischen Wissens von RestauratorInnen, KunsthistorikerInnen, MedientechnikerInnen sowie weiteren Fachleuten versteht und die Kunstschaffenden einbezieht, wurde überprüft und hat sich als äusserst sinnvoll erwiesen.
absatz 
Ausgangslage, Vorgehen und Erkenntnisse
Die Ausgangslage bei Beginn der Dokumentationstätigkeit kann als sehr günstig bezeichnet werden: Der „T.V.-Lüster“ ist eine bekannte Arbeit von Pipilotti Rist (*1962, Grabs SG), die Künstlerin selbst ist eine interessierte Gesprächspartnerin, und in Archiven ist Material über das Werk vorhanden. Was bisher jedoch fehlte, war eine Synthese, welche die zusammengetragenen Informationen bewertet und in einen sinnvollen Zusammenhang bringt, diese Informationen durch Erkenntnisse aus der unmittelbaren Betrachtung ergänzt und danach das Werk als zusammenhängendes Ganzes dokumentiert. Bei dieser Synthese setzten die Fragen an, die uns bei der Erstellung dieser Dokumentation geleitet haben: Welche Aufgaben soll / kann eine Dokumentation erfüllen, welche Strukturen hat sie aufzuweisen?
absatz 
Für die Dokumentation des „T.V.-Lüsters“ wurde ein „episches“ Modell gewählt. Das (elektronische) Dokument beinhaltet eine kunstwissenschaftliche Beschreibung, technische Daten, Schemata, Abbildungen und Listen von Ersatzteilen. Ein Journal der bisherigen Ausstellungen, der bereits erfolgten technischen Veränderungen des Werks sowie der konservatorisch-restauratorischen Massnahmen und eine Zustandserfassung schliessen die Dokumentation ab. In diesem Zusammenhang wurde auch ein Konzept für die künftige Konservierung des Objekts erarbeitet, das sowohl Hinweise für die Reinigung als auch Möglichkeiten des inhaltlich und ästhetisch korrekten Monitorersatzes aufzeigt.

Dieses Konservierungskonzept wurde 2005/06 von Marc Egger umgesetzt, die dabei erfolgten einzelnen Massnahmen und Zustandsbeschreibungen wurden in die Dokumentation integriert (siehe hierzu auch weiter unten).
absatz 
Der „T.V.-Lüster“ von Pipilotti Rist ist in seiner St. Galler Fassung zehn Jahre alt. Es galt, in einem ersten Schritt das momentane Erscheinungsbild zu erfassen. Die Archivrecherchen führten dann konsequenterweise zur retrospektiven Aufarbeitung der früheren Versionen der Arbeit, zur Dokumentation der Veränderungen und zur Beurteilung dieser Eingriffe. So konnten wir feststellen und dokumentieren, dass die heutige Fassung des „T.V.-Lüsters“ das Ergebnis einer mindestens einjährigen Genese ist, die zwei temporäre, an bestimmte Ausstellungssituationen gebundene Ausprägungen gefunden hat: Diese ersten Fassungen wurden 1993 an der Ausstellung „Schwestern des Stroms“ bei Stampa in Basel sowie an der Biennale in Venedig in der Sektion „Aperto“ im Arsenale gezeigt. Für die definitive Fassung im Kunstmuseum St. Gallen wurden das Videomaterial sowie die Darstellung auf den Monitoren von der Künstlerin erneut verändert. Anstelle der floralen Motive taucht das Auge auf, eingesetzt als Metapher der Beobachtung und Observation. Zudem wurde die Rahmenkonstruktion der architektonischen Situation angepasst.
absatz 
Es wurde unter anderem genau festgehalten, bei welchen Monitoren die Anschlüsse der Horizontalablenkung vertauscht wurden und das Bild dadurch gespiegelt erscheint. Diese vertiefte Auseinandersetzung führte auch zu der Überzeugung, dass die freigelegten Monitore bei einem Defekt nicht einfach durch ein ähnliches Modell mit gleicher Bildschirmdiagonale ersetzt werden können. Grösse, Farbe und Bestückung der Platine, ihr Neigungswinkel und die Positionierung im Verhältnis zur Kathodenstrahlröhre, aber auch kleine Details wie die Befestigung in der Halterung sind bei dieser Arbeit, bei der die technischen Geräte das skulpturale Erscheinungsbild wesentlich bestimmen, in konservatorischer Hinsicht zu berücksichtigen.
absatz 
Struktur der Dokumentation
Die anhand des „T.V.-Lüsters“ erarbeiteten Dokumentationsstrukturen haben sich für ein einfaches, räumlich artikuliertes Objekt als tauglich erwiesen. Modellhaft ist die Dokumentation in mehrfacher Hinsicht: Einerseits – und das ist auch kritisch zu verstehen – bezüglich des zeitlichen und finanziellen Aufwands. Der Projektkontext bot einen Rahmen, nicht nur Daten und Informationen zu sammeln und zu verwalten, sondern auch grundsätzlich Modelle, Anforderungen sowie Strukturen zu erproben und zu reflektieren. Dies ist eine Möglichkeit, die im laufenden Museums- oder Sammlungsbetrieb nicht automatisch gegeben ist – dessen sind wir uns bewusst. Andererseits wurde auf der Ebene der Erfassungsparameter ein Modell entworfen, das ein Maximum an Informationen einbezieht. Von hier aus können schmalere Varianten und „Aufschreibsysteme“ erprobt und geprüft werden.
absatz 
Als Anhaltspunkt für die Struktur soll das Inhaltsverzeichnis dienen, das die folgenden groben Kategorien aufweist:
absatz 
Beschreibung (Werkbeschreibung, zusammengefasste Inventardaten)
Das Werk im Rahmen einer Dokumentation zu beschreiben mag vorerst seltsam erscheinen. Die textliche Formulierung dient aber dazu, die im Einzelnen erhobenen technischen Daten in einen wissenschaftlich reflektierten Zusammenhang zu bringen und aus den Detailerkenntnissen einen Gesamteindruck sowie Ansätze der Interpretation zu gewinnen. Ein Werk kunstwissenschaftlich richtig zu erschliessen ist eine der notwendigen Bedingungen, um richtige Erhaltungsmassnahmen zu treffen. Für die Inventardaten werden einerseits die Informationen gängigen Inventarkategorien zugewiesen, andererseits komplexe (technische) Daten in wenigen, möglichst aussagekräftigen Begriffen respektive Wortfolgen zusammengefasst. Die Inventarkategorien gehen über die klassische Formel „Titel, Technik, Masse, Jahr“ hinaus. Sie tragen den Erkenntnissen der Dokumentationsarbeit Rechnung.
absatz 
Bestandteile des Werks
Die Unterteilung der Werkbestandteile in die oben angeführten Rubriken gründet vor allem auf der technischen Begutachtung des Werks und auf den daraus resultierenden konservatorischen und dokumentarischen Bedürfnissen. Die detaillierte und mittels Fotografien und Schemata illustrierte Erfassung der Betriebsbestandteile sowie deren funktionale und ästhetische Verbindung (z. B. Verkabelung) ermöglichen ein grundlegendes Verständnis des Einsatzes gewählter Materialien und Werkkomponenten. Sie bildet einen der Ausgangspunkte der Beschreibung und liefert darüber hinaus Ansatzpunkte für eine Werkinterpretation. Die Aufteilung in Betriebsbestandteile und audiovisuelles Material trägt der Werkgeschichte Rechnung (verschiedene Fassungen); zugleich wird eine Unterteilung in bildgebende Geräte (Monitore und Abspielgeräte) und Informationsträger (hier: Kassetten und DVD) vorgenommen und damit das Gestaltungsmedium Video ansatzweise differenziert.
absatz 
Die Ersatzteile zum Betrieb sind als funktionsfähige Elemente anzusehen, die bei einem Schaden oder Ausfall herangezogen werden können (hier: Monitore, Kristallelemente); im Gegensatz dazu sind die „alten, noch vorhandenen Bestandteile“ Relikte eines früheren, technisch gesehen älteren Zustandes der Arbeit. Meist verbleiben diese Reste in den Museen oder Sammlungen ohne Bezeichnung und Zuordnung. Im Fall des „T.V.-Lüsters“ sind unter dieser Bezeichnung die Videobänder (U-Matic und VHS) aufgeführt, da sich die Bänder physisch noch im Besitz des Museums befinden, das Werk aber seit 2002 mit einem DVD-Player und entsprechendem Medium betrieben wird. Die Detailinformationen bilden eine separate Rubrik, sie umfasst eine Gegenüberstellung von Daten der in den letzten Jahren ergänzten Monitore (M-Electronic MTP 14 GM730) und der nach dem Abschluss der durchgeführten Konservierung reparierten und ergänzten originalen Monitore (Grundig P 37-549/12). Allein durch den Vergleich der Masse wird deutlich, dass die beiden Monitor-Typen – obschon sie beide mit dem Nennmass von 14" respektive 37 cm bezeichnet sind – deutliche Unterschiede aufweisen.
absatz 
Installation / räumliche Situation
Dieses Kapitel stellt bei jeder räumlich artikulierten Arbeit eine Notwendigkeit wie auch eine Herausforderung dar. Pläne, Installationsanweisungen, Massangaben sowie Hinweise zur Lichtsituation, den Raumdimensionen und weiteren räumlichen Erfordernissen finden hier ihren Platz. Angaben zu den akustischen Bedingungen, der Regelung der Lautstärke etc. müssen im gegebenen Fall diese Rubrik erweitern. Obwohl der „T.V.-Lüster“ als fest installiertes „Deckenobjekt“ konzipiert ist, wurden einige Angaben zur räumlichen Situation gemacht, die für eine Installation in einem anderen Kontext, z. B. als Leihgabe, als erste Leitlinien dienen können.
absatz 
Unterhalt und Konservierung
Das Kapitel „Unterhalt im Ausstellungsbetrieb“ liefert Angaben zur Inbetriebnahme und zu den „Schwachstellen“ in Bezug auf die längerfristige Erhaltung auf. Das für den „T.V.-Lüster“ erarbeitete (und 2005/06) durchgeführte Konservierungskonzept hat ebenfalls seinen Platz in der Dokumentation unter der oben genannten Rubrik gefunden. Das Journal listet tabellarisch und chronologisch die Werkgeschichte auf: Wir haben uns aufgrund der bereits geschilderten Ausgangslage dafür entschieden, die verschiedenen Fassungen und Präsentationsformen als historischen Überblick separat zu behandeln; die Veränderungen der Arbeit in Form von technischen Umbauten oder Umstellungen, der Ausfall von Geräten, kurz gefasste Beobachtungen des Zustands, die konservatorisch-restauratorischen Massnahmen sowie „Neu-Installationen“ (Ausstellungen ausserhalb des Kunstmuseums St. Gallen) finden dann in einem eigenen Journal Platz, das laufend ergänzt werden soll. Diese Auflistung kann auch als Verweissystem dienen, in dem jeder Eingriff, jede materielle Veränderung sowie die Ausstellungsgeschichte einer Arbeit stichwortartig festgehalten werden und in dem auf weitere Dokumente hingewiesen wird.
absatz 
Die Werkdokumentation des „T.V.-Lüsters“ von Pipilotti Rist umfasst auch einen Überblick über die vorhandenen Quellen (Dokumente, Korrespondenz, Abbildungen etc.); die Sammlung und Auflistung dieser Informationen ist immer dann sinnvoll, wenn die Dokumentationsarbeit nicht innerhalb der bewahrenden oder ausstellenden Institution vorgenommen wird. Es kann davon ausgegangen werden, dass diese Unterlagen im regulären Museumsbetrieb automatisch archiviert werden.

Die Dokumentation schliesst mit einer Zusammenstellung von Bildmaterial, das im Zusammenhang mit der Konservierung 2005/06 entstanden ist.
absatz 
Konservierung: Konzept und Durchführung
Neben der konkreten Erstellung der Dokumentation für den „T.V.-Lüster“ sowie der Ausarbeitung einer modellhaften Dokumentationsstruktur für Videoobjekte oder -skulpturen war 2003 als Ergebnis auch eine Empfehlung zu sehen, welche die Durchführung des erarbeiteten Konservierungskonzepts betrifft. Sie richtete sich an das Bundesamt für Kultur als Eigentümer sowie an das Kunstmuseum St. Gallen als Besitzer der Dauerleihgabe.
absatz 
Ursprünglich war der „T.V.-Lüster“ mit sechs Monitoren der Marke Grundig (P 37-549/12) ausgerüstet. Im Laufe der Zeit musste auf Grund von Defekten sukzessive die Hälfte der Monitore dieses Typs ausgetauscht werden. In Absprache mit der Künstlerin wählte man Monitore der Marke M-Electronic (MTP 14 GM730), die vom Nennmass den „originalen“ Bestanteilen entsprachen. Beim Einbau zeigten sich jedoch deutliche Unterschiede, so sind die Hauptplatinen z. T. andersfarbig und auch grösser als die Platinen der Grundig-Monitore, der Neigungswinkel zwischen Bildröhre und Platine divergiert ebenso. Durch den Umstand, dass gleichzeitig zwei verschiedene und damit auch optisch anders wirkende Monitortypen auf dem „T.V.-Lüster“ zum Einsatz kamen, wurde der optische Eindruck des Werks deutlich beeinträchtigt. Die damalige Erscheinung und der Zustand der Arbeit (Ende 2003) entsprachen daher auch nicht den Wünschen von Pipilotti Rist.
absatz 
Das im Rahmen der Werkdokumentation entworfene Konservierungskonzept wurde mit der Künstlerin diskutiert und von ihr ausdrücklich befürwortet. Es wurde 2005 von Marc Egger präzisiert und bis Frühling 2006 umgesetzt. Das Konzept sah zum Einen die Reinigung der gesamten Arbeit sowie den Austausch der M-Electronic-Monitore durch den originalen Typ Grundig P 37-549/12 vor. Zum Anderen wurden zwei Monitor-Ersatzsets hergestellt.
Die zwei „neuen“ Grundig-Monitore wurden revidiert, einzelne defekte Bestandteile der zwei eingelagerten, 2003 durch die M-Electronic-Monitore ausgetauschten Monitore wurden repariert. Anschliessend wurden sie gereinigt und an drei Geräten wurde die notwendige Veränderung der Horizontalablenkung vorgenommen. Die Reinigung des Lüstergestells und der Kabel erfolgte in montiertem Zustand vor Ort. Die Halterungen wurden abmontiert, die Korrosionsprodukte mechanisch entfernt und die von unten einsehbaren Stellen retouchiert. Auch die Kristalle wurden gereinigt, die Fäden und Aufhängungen kontrolliert.
absatz 
Die beiden Ersatzsets bestehen aus je einem Monitor Grundig P 37-549/12 mit Spiegelungsumschaltung, sie sind jeweils in eine Haltung (identischer Nachbau der im „T.V.-Lüster“ verwendeten Form) montiert. Durch die Spiegelungsumschaltung kann jeder der beiden Ersatzmonitore auf jedem beliebigen Monitor-Standort eingesetzt werden, die Umschaltung erlaubt die gegebenenfalls notwendige Veränderung der Horizontalablenkung. Damit steht bei zukünftigen Ausfällen von Monitoren ein vorbereiteter, leicht und schnell austauschbaren Ersatz zur Verfügung, der konservatorischen und kunsthistorischen Anforderungen genügt.
absatz 
Fazit
Die Dokumentation hat gezeigt, dass bestimmte Kategorien bei der Erfassung, Beschreibung und Dokumentation von zeitgenössischer Kunst unverzichtbar sind: Neben dem technischen Beschrieb ist die Werkbeschreibung ein Mittel, in dem die zahlreichen Informationen zu einer sprachlichen „Fassung“ des Werks zusammenfliessen. Installationsanweisungen helfen, das Werk in seiner momentanen Gestalt zu verstehen und auch in Zukunft angemessen zu präsentieren. Ob die Sammlung der Informationen, Dokumente, Pläne und Listen – wie im vorliegenden Fall – in ein ausformuliertes Textdokument einfliesst oder ob sie nach einer klaren Struktur in Ordner, Mappen oder Ähnlichem abgelegt werden, ist abhängig vom Kontext, innerhalb dessen eine Dokumentation erstellt wird.
absatz 
Die Arbeit an dieser Werkdokumentation hat zugleich auch einige der Grundlagen für das Konservierungskonzept geliefert. Die detaillierten Listen mit Seriennummern, Massen und Spezifikationen, aber auch die Archivrecherchen und die Gespräche mit der Künstlerin selbst sowie weiteren Fachkräften haben wesentlich dazu beizutragen, die Diskussion über das Konservierungskonzept argumentativ breiter abzustützen. Dass eine dermassen vertiefte Auseinandersetzung mit einem einzigen Werk im Alltag der Museen oder Ausstellungsinstitutionen nicht zu bewältigen ist, ist den an dieser Fallstudie Beteiligten sehr wohl bewusst. Sie hat aber für die Form der Arbeitsorganisation ein erstes Modell entworfen, das sich auch als Erfolg versprechend erwiesen hat:: Der Zusammenschluss des Know-hows von verschiedenen Fachpersonen, deren unterschiedliche Fragestellungen und Herangehensweisen ermöglichen den umfassenden Blick auf das Werk. So entstand durch die Beteiligung der zuständigen Konservatoren und Techniker im Museum, der Künstlerin, RestauratorInnen, KunsthistorikerInnen und SpezialistInnen im Bereich Installation / Konservierung von Medienarbeiten eine Dokumentation, die eine Annäherung an das Kunstwerk ist und durch die sich ein „Bild“ des Werkes – ausgeleuchtet von verschiedenen Standpunkten – konkretisiert.
absatz 
Anhand dieser Fallstudie ist deutlich geworden, dass eine umfassende Dokumentation viel mehr ist als die Sammlung der technischen Daten und Manuals, mehr auch als Listen von Ersatzteilen, ergänzt durch einige Abbildungen. Eine Dokumentation umfasst die gegenwärtige Erscheinung und die räumlich-atmosphärische sowie inhaltliche Dimension des Werks. Sie beschreibt die Geschichte des Werks, namentlich seine Ausstellungsgeschichte, und belegt den Einsatz und Stellenwert verschiedenster Materialien im Werkzusammenhang. Ausserdem enthält sie die elementaren Installationsanweisungen für künftige Präsentationen. Sie hilft dabei, das zu fassen, was das „Werk“ ist.
unterteilung 
© Irene Müller, Marc Egger, AktiveArchive 2006
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