Sicherungskonzepte für Netzkunst II
Virtualisierung
Im Anschluss an die Sondierung des Forschungsfeldes zur computer- und internetbasierten Kunst zu Beginn des Sicherungsprojektes hat sich 2007 die Virtualisierung von Kunstwerken als zentraler Konservierungsansatz herausgebildet.
Summary:
www.aktivearchive.ch/fileuploads/pdfs/Virtualisation_Summary.pdf
Forschungsfeld
Im Konservierungszusammenhang kommt der Virtualisierung die Funktion eines Transferverfahrens zu, bei dem computerbasierte Kunstwerks bzw. die zu sichernden, softwarebasierten Werkbestandteile isoliert und auf eine so genannte virtuelle Maschine (VM) portiert werden.
* Ein leicht handhabbares „Medium“ (digital carrier) entsteht, in dem das Werk in einer originalgetreuen Umgebung weiter fortbestehen kann.
* Die ursprüngliche Systemumgebung wird als digital environment aufrechterhalten.
* Emulatoren ermöglichen es der VM, das Betriebssystem, die relevanten Hardwarekomponenten (Computerbausatz) sowie die entsprechenden Softwarepakete, Anwendungen und Konfigurationen als originalgetreu zu erkennen.
Dies alles ermöglicht eine weitgehend reibungslose Installation der ursprünglichen, künstlerischen Anwendungen und Daten.
Das Verfahren der Virtualisierung erscheint als sehr schonend, da keine Umcodierungen stattfinden, sondern vielmehr mit originalen Softwarekomponenten gearbeitet wird. Das Schadens- und Verlustrisiko des Kunstwerkes (z.B. beim Transport) kann reduziert werden. Ferner werden die Werke plattformübergreifend einsetzbar.
Anwendungsgebiete
Prinzipiell unterscheiden wir zwischen der Virtualisierung von clientseitigen (Desktop-Systemen) und serverseitigen Anwendungen.
Desktop-VMs dienen bislang vor allem der Rekontruktion von Präsentationskontexten und der Dokumentation. Sie ermöglichen die Einrichtung von Softwarebibliotheken sowie die client-seitige Rekonstruktion eines authentischen Präsentationsumfeldes. Planungen zur Professionalisierung des Vorgehens sind derzeit in vollem Gange.
Bereits jetzt kann festgehalten werden, dass zu erwarten ist, dass Virtualisierung eine historisch informierte Wiedergabe dieser Inhalte ermöglicht.
Inwiefern die Authentizität der Systemumgebung auf operationaler Ebene (Betriebssystem, Hardwarebausatz, Konfigurationen, etc.) gegeben ist, soll auch ein Forschungsprojekt untersuchen, das an der HKB als Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Technik und Informatik in Biel lanciert ist.
Aus technischer Sicht erweitert die Virtualisierung so das Felder der Archivierung historischer Referenzgeräte.
Unser Hauptaugenemerk galt 2007 allerdings der Arbeit an
serverbasierten Kunstwerken.
Fünf Fallstudien (Netzkunstwerke und Kunstwerke mit Netzwerkkomponenten) wurden zu Forschungszwecken auf je eine Server-VM portiert.
Diese Arbeiten in durch die intensive Zusammenarbeit mit einem den beteiligten Künstlern und den informatischen Support durch Jürgen Enge ermöglicht worden.
Zu diesem Zweck wurde die Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt Medienarchive der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe (HfG) sowie die Kommunikation mit dem Institut für Technologien an der Zürcher Hochschule der Künste ausgebaut.
Resümee
Zwischenergebnisse des Teilprojektes wurden in unterschiedlichen Zusammenhängen mit Experten diskutiert. Dieser Dialog soll 2008 fortgesetzt, intensiviert und der Kreis der Beteiligten erweitert werden.
Eine englische Zusammenfassung des Virtualisierungskonzeptes findet sich im Anschluss (s.u.).
Ansprechpartnerin & Projektkoordination:
Tabea Lurk
Angehängte Dateien
Research Poster with interim results
(c) Tabea Lurk, Mai 2008
Virtualisation Summary (Grösse: 105.74 KB)
© Tabea Lurk
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