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Intentionen und Ziele


AktiveArchive kümmert sich um elektronische, zeit- und raumbasierte Kunstwerke: unterteilung 
Hohe technische Standards, aber beschleunigte Alterung
Elektronische Kunstwerke analoger oder digitaler Prägung haben das Verständnis und das Selbstverständnis der künstlerischen Produktion erweitert und damit verändert. Das erforderliche Know-how hat sich von künstlerisch-handwerklichen Fertigkeiten hin zu technikgestützten Medien- und Kommunikationsstrategien verlagert. Zeitgenössische Kunstwerke gründen zunehmend auf audiovisuellen, elektronischen und informatischen Schlüsseltechnologien und bewegen sich damit innerhalb der höchsten technischen Standards ihrer Zeit. Das elektronische Kunstwerk unterliegt deshalb auch den Bedingungen und Widersprüchen seiner Zeit: Rasanter Wechsel und Erneuerung sind die Grundlage der Produktion, während Anerkennung, Erinnerung, Verfestigung zum Werk und Tradierung Kategorien der Verlangsamung sind, welche die Dynamik der Hochtechnologie nur zu bremsen scheinen.
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Wertsteigerung und restauratorische Wirklichkeit
In den letzten zehn Jahren haben elektronische Kunstwerke eine signifikante Wertsteigerung und Popularisierung erfahren. Museen und Archive sehen sich mit neuen Problemen konfrontiert: Zwar bedienen sie sich längst der Informatik als Werkzeug für verschiedenste Zwecke, es herrscht jedoch Ratlosigkeit und grosser Nachholbedarf, sobald Sammlungsobjekte selber in einer „technischen Hülle” stecken. Etliche Videobänder sind gänzlich verloren, andere befinden sich in ruinösem Zustand. KuratorInnen stehen häufig vor den wenig erfreulichen Alternativen, Installationen ganz stillzulegen oder so stark zu verändern, dass ihr authentischer Charakter verfälscht wird: So können die Gründe für eine inadäquate „Modernisierung“ eines Werks sowohl in der Unkenntnis seiner historischen Bedingtheit als auch in Ermangelung angemessener Konservierungspraktiken liegen. Ernstliche Schwierigkeiten, bestimmte Wiedergabegeräte zu beschaffen – sei dies ein Laserdiscplayer oder seien dies Monitore selbst eines sehr verbreiteten Typs, Dreiröhrenprojektoren und bereits auch LCD-Projektoren –, stellen sich fünf bis zehn Jahre nach der Entstehung eines Werks ein. Zu dieser Situation führt nicht zuletzt der Umstand, dass das Werk immer öfter nicht mehr als Einheit von Hard- und Software verkauft wird, sondern fast ausschliesslich mit einer (meist örtlich, aber auch zeitlich) begrenzten Aufführungslizenz.
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Das elektronische Kunstwerk: Materielle Komplexität, kuratorische, restauratorische und kunstwissenschaftliche Herausforderungen
AktiveArchive versteht das elektronische Kunstwerk als Ganzes, dessen einzelne elektrotechnische, audiovisuelle sowie in anderen Materialien gefertigte Komponenten zusammengehören. Die materielle Komplexität dieser Arbeiten reicht – zusätzlich zur audiovisuellen Bildproduktion und -präsentation – von der Verwendung verschiedenster Kunststoffe, Holzarten und Metalle über den Einsatz diverser elektrotechnischer Geräte und einzelner Bauteile, die Anwendung fotografischer und malerischer Verfahren bis hin zu architektonischen Strukturen und zur Lichttechnik. Alle diese Bestandteile sind im Hinblick auf restauratorische Massnahmen, Konservierungskonzepte, kunsthistorische Deutungsmodelle und wissenschaftliche Beschreibungen zu berücksichtigen. Ziel ist es, die authentische „Wiederaufführung” zu ermöglichen, weshalb dieser Begriff in der Reflexion eine Schlüsselstellung einnimmt. Dieser durchaus neue Ansatz unterscheidet sich z. B. vom blossen Transfer der Informationen auf neue Träger. Selbstverständlich ist die Digitalisierung von Sammlungsbeständen auch für AktiveArchive ein eminent wichtiges Thema und Forschungsgebiet. Jeder Transfer verändert die Bildstruktur und damit die „Originalsubstanz” geringfügig, weshalb nicht sorgfältig genug gehandelt werden kann.
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Ziele und Vorgehen: Langfristige Perspektiven und institutionelle Zusammenarbeit
Das Konzept von AktiveArchive umfasst nicht nur restauratorische Massnahmen und deren Entwicklung im Bereich der elektronischen Kunst, sondern auch die wissenschaftliche Erfassung und Interpretation des Kunstwerks. AktiveArchive recherchiert Werke, sichert sie und macht sie in geeigneter Form zugänglich: integral, partiell oder als Dokumentation. Die Formen dieser Zugänglichkeit müssen teilweise erst entwickelt werden, ebenso wie die Erfassungsparameter. Das sekundäre Wissen, das dadurch entsteht, wird abgelegt und ebenfalls zugänglich gemacht. AktiveArchive führt technisches, kunstwissenschaftliches und restauratorisches Wissen zusammen und betreibt in diesen Gebieten auch eigene Forschung. Die Resultate werden an betroffene und interessierte Institutionen wie Museen, Sammlungen und Forschungsinstitute sowie KünstlerInnen weitergegeben. Sie werden ausserdem in Lehre und Diffusion weitervermittelt an (werdende) RestauratorInnen, KünstlerInnen und KunsthistorikerInnen sowie an internetbasierte Projekte.
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Da Kunstwerke sowie die Rechte daran und Wissen da und dort verstreut bereits vorhanden sind, ist es unabdingbar, dass sich das Projekt in enger Zusammenarbeit mit entsprechenden Institutionen entwickelt oder sogar aus diesen herauswächst. Das Projekt ist nur sinnvoll, wenn es langfristig angelegt und garantiert ist. Aus diesem Grund bindet sich AktiveArchive an Institutionen, welche die Kontinuität am ehesten gewährleisten. Bei den Werken steht dies nicht zur Wahl: Hier werden die BesitzerInnen, allenfalls die ProduzentInnen und AutorInnen der Werke die Partner sein. Diese Form von Partnerschaft ist zeitlich beschränkt auf Arbeiten, die in Zusammenhang mit bestimmten Sammlungsbeständen stehen.
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Vertiefte Informationen und Begriffsdefinitionen, die sich aus den konkreten Erfahrungen von AktiveArchive in den relevanten Medien, Institutionen und Disziplinen ableiten und das grundlegende Selbstverständnis von AktiveArchive ausmachen, sind unter „Glossar” zu finden.
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