AktiveArchive II @ HKB: Arbeitsfelder an der HKB
An der HKB konzentriert sich AktiveArchive auf folgende drei Forschungsfelder:
- Ausweitung der Expertise im Umgang mit analogem Video auf den digitalen Videobereich.
- Erarbeitung von Strategien zur Konservierung und Restaurierung von computer- und internetbasierten Kunstwerken.
- Langzeitbeobachtungen technologischer Innovationen im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit für zukünftige KuR-Entwicklungen.
Einführung in die Thematik
Elektronische Kunstwerke analoger und digitaler Natur haben das (Selbst-) Verständnis der künstlerischen und kulturellen Produktion erweitert. Auf der Produzentenseite hat sich das erforderliche Know-how von handwerklich-künstlerischen Praktiken hin zu technikbasierten Medien- und Kommunikationsstrategien verlagert. Aus konservatorischer Sicht stehht heute immer stärker die Frage nach nachhaltigen Strategien zur Erhaltung der so entstandenen, kulturellen Artefakte sowie nach den Grundlagen des kunsttechnologische Fachwissen, der Bedeutung der Werke in vollem Umfang gerecht wird.
AktiveArchive (AA) untersucht daher seit nunmehr über sechs Jahren zentrale Ansätze zur Erhaltung von Medienkunstwerken. Der Fokus der Bearbeitung und das Format der Resultate variiert hierbei abhängig vom jeweiligen Forschungsgegenstand.
Frühere Forschungsergebnisse wie die Luzerner Ausstellung Videokunst der 70er und 80er Jahre. Eine Rekonstruktion, die zugehörige Publikation oder auch das Kompendium der Bildstörungen vermitteln einen Eindruck zum Umgang mit Videokunstwerken. Die im Videobereich verankerten Arbeitsfelder reichen vom Transfer der Videotapes, über die technische und ästhetische Analyse bis hin zur historisch informierten Wiederaufführung. Die Forschungsarbeiten von AktiveArchive stützten sich an der HKB zudem auf einen historischen Referenzgerätepool.
In Zusammenarbeit wurden in der ersten Projektphase dokumentarische Publikationen mit gezielt experimentellem Charakter wie z.B. der Werkkatalog der Gruppe RELAX (chiarenza & hauser & co) oder zum Radioprojekt Nachtschichten von Jörg Köppl (Hgg.) erstellt.
Ferner entwickelt AA Sicherungskonzepte für computer- und internetbasierter Kunst. Neben kunsttechnologischen Dokumentationsformaten wurden in diesem Zusammenhang unterschiedliche Transferverfahren für internet- und computerbasierte Kunstwerke entwickelt. Während die Betaversion des Tools Netart Router vorliegen, wurden im Rahmen des KTI-Projektes Owning online Art praktische Erfahrungen gesammelt. Im weiteren Projektverlauf werden diese und weitere Forschungansätze verfeinert und ausgeweitet (vgl. Teilprojekte).
Methodik
AktiveArchive arbeitet primär fächerbergreifend. Die angewandten Methoden hängen vom jeweiligen Forschungsgegenstand ab.
Generell werden kunsttechnologische und restauratorische Expertisen mit kunstwissenschaftlichen Methoden und dokumentarischen Praktiken kombiniert. Hinzu kommt technisches Know-how, das von elektronischen Fragen (J. Gfeller) bis hin zur Informatik (J. Enge)reicht und die fachlichen Kompetenzbereiche erweitert. Das synergetische Zusammenspiel der Forschungsansätze dient der kontinuierlichen, diskursiven Hinterfragung der eigenen Forschungsarbeit.
Detaillierte Informationen finden sich in den jeweiligen Forschungsprojekten oder werden im Rahmen der Teilprojekte kenntlich gemacht.
Ergebnisse
Als angewandtes Forschungsprojekt werden die erlangten Kenntnisse im Rahmen von Beratungen und Dienstleistungsaufträgen Anwendung finden. Zudem werden Teilergebnisse in Form von wissenschaftlichen Publikationen und Fachaufsätzen erwartet und sofern dies möglich ist, öffentlich zugänglich gemacht. Schliesslich soll durch Konferenzen und andere diskursive Organe eine breitere Fachöffentlichkeit für die behandelten Themen sensibilisiert werden.